Wollpedia

Wolle ist nicht gleich Wolle – Wolle und Garne werden nicht nur in einer großen Fülle an unterschiedlichen Farben und Färbungen angeboten. Auch die verschiedenen Qualitäten, Stärken und Strukturen verleihen jedem Garn einen ganz eigenen Charakter.

Die Bezeichnung „Wolle“ wird als Oberbegriff für die von den kräftigeren Fellhaaren zu unterscheidenden feinen Wollhaare bestimmter Säugetierarten verwendet. Die mit Abstand wichtigsten Wolllieferanten sind Hausschafe. Aber auch Ziegen, Kaninchen und Kamele sind bei der Gewinnung von Wollarten wie Angora, Mohair, Kaschmir oder das besonders feine Alpaka sind von Bedeutung.

Wollknauel 1

 

 

 

Alpaka:

im südamerikanischen Andenhochland wird seit etwa 5000 Jahren das Alpaka-Lama gezüchtet, eine kleine Kamelart mit weichem, flauschigem Fell. Die spanischen Eroberer hatten kein Interesse an dem Nutztier der Inkas, da sie ihre eigenen Schafe mitbrachten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Alpaka fast ausgestorben. Mittlerweile hat sich der Bestand der Tiere aber wieder erholt und die Wolle der Alpakas erfreut sich immer größerer Beliebtheit, da sie sehr weich und wärmend ist. Der Großteil der weltweiten Alpakawolle stammt immer noch aus Südamerika. Marktführer ist Peru, es folgen Bolivien und Chile.

Alpaka wird von Wollallergikern gut vertragen, pillt nicht und hält die Form, es fühlt sich weich und seidig an.

 

Angora:

Die weichste Wolle, die es gibt, stammt vom Angorakaninchen. Das meist weiß gefärbte Tier hat seine samtigen Haarbüschel sogar an den Ohren. Weil die Angorawolle sehr lufthaltig ist, wärmt sie besonders gut. Nicht nur Liebhaber von flauschigen Stoffen schätzen diese Qualität, auch Rheumapatienten lindern ihre Beschwerden damit. Das Kaninchen, das im 18. Jahrhundert erstmals nach Deutschland eingeführt wurde, kann bis zu viermal im Jahr geschoren werden. Bis zu 1,5 Kilogramm Wolle kann ein Angora-Kaninchen so liefern.

 

Baumwolle:

Baumwolle ist der bedeutendste Textilrohstoff der Welt. Er nimmt einen Anteil von 50-60% an der gesamten Textilproduktion ein. Die Baumwollpflanze wächst in den tropischen bis subtropischen Gebieten der Erde. Die Hauptanbauländer sind China, Russland, Indien, Pakistan, Brasilien, Türkei, Ägypten, die USA und Argentinien. Die Kapselfrüchte der Pflanze platzen auf und es quellen weiße bis gelbliche Samenhaare der Baumwollfrucht heraus. Die Samenhaare werden später zu Baumwollgarn versponnen. Die begehrte ägyptische Baumwolle weist eine besonders hohe Stapellänge auf und erzeugt einen feine, jedoch sehr starken Faden.

 

Kamel:

Kamelhaar wird beim Fellwechsel der Tiere gesammelt. Die Faser ist hohl und wirkt deshalb isolierend, bei Kälte wärmend, bei Hitze kühlend.

 

Kaschmir:

Kaschmirwolle ist die edelste Wolle überhaupt. Sie stammt von der Kaschmirziege, deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet der Himalaja und das Pamir-Gebirge ist. Das Fell der Kaschmirziege ist üppig und das Garn, das aus dem Vlies entsteht ist extrem weich, leicht und wärmend. Bei der jährlichen Schur wiegt das Vlies 1 kg. Beim Kämmen wird daraus zu 60% luxuriöses Kaschmir, der Rest wird als Ziegenwolle verkauft.

 

Leinen:

Die Fasern der Flachspflanze werden in einem sehr arbeitsaufwändigem Prozess zu Leinen verarbeitet, das vor allem für seine kühlende, frische Wirkung bei Hitze besonders geschätzt wird. Als Strickgarn ist es nicht elastisch und wird oftmals zusammen mit einem synthetischen Faden versponnen, um es so geschmeidiger zu machen.

 

Mohair:

Die Mohairwolle stammt von der Angoraziege ab, ist eine leichte, schimmernde und seidige Faser, nimmt die Farbe sehr gut an. Die Angoraziege hat ihren Namen von der türkischen Hauptstadt Ankara, da sie in der Gegend um die Stadt ursprünglich beheimatet war. In Deutschland ist eine Zucht dieser Ziegen nicht gut möglich, da sie sehr empfindlich gegen Nässe sind. Bereits im 19. Jahrhundert wurden sie nach Südafrika und Kalifornien exportiert. Dort finden sie optimale Lebensbedingungen vor und liefern bis zu 2,5 Kilogramm Wolle pro Jahr.

Das bauschige Garn wird pur aber auch oft mit einem synthetischen Beilauffaden  versponnen. Wärmt wunderbar, isoliert hervorragend und erzeugt beim stricken oder häkeln ein wunderschönes Maschenbild

 

Schaf-/Merinowolle:

Die feinste Schafwolle stammt vom Merinoschaf ab. Die feinste Merinowolle kommt heute aus Neuseeland und Australien. Dort sind die Witterungsverhältnisse so günstig, dass die Tiere keine harten Wollhaare ausbilden müssen, um dem Wetter zu trotzen. Eine der besten und hochwertigsten Wolle liefern Merinoschafe. Diese Schafrasse besitzt ein dichtes, gleichmäßig langes Haarkleid. Merinowolle ist stark gekräuselt, unglaublich weich, leicht und sehr elastisch, knittert nicht und behält auch nach der Wäsche die Form. Merinowolle ist besonders atmungsaktiv, lässt sich leicht färben, die feinsten Merinowollen können sich durchaus mit Kaschmir vergleichen.

Lambswool stammt von Lämmern, die das erste Mal geschoren wurden. Da Lambswool unglaublich weich ist, eignet sie sich in besonderem Maße für Kleidung, die direkt auf der Haut getragen wird, sie ist resistent gegen Staubmilben und  zählt zu den Wollarten mit der besten antiallergischen Wirkung.

 

Shetlandwolle:

Im rauen Klima der Shetlandinseln bringen diese Schafe eine sehr feine, glänzende Wolle aus dem besonders weichen Unterhaar hervor. Das Deckhaar wird zu einem stärkeren, gröberen Garn verarbeitet, das sich hervorragend für outdoor-kleidung.

 

Seide:

Eine wunderschöne Luxusfaser mit glattem Griff. Sie kann bemalt oder gefärbt werden, wodurch sie einen wunderbaren nahezu fluoreszierenden Glanz erhält.

Wildseide stammt von den Kokons wilder Seidenspinnerraupen, ist etwas matter als Zuchtseide und hat eine gröbere Struktur, dennoch zeigt sie auch den typischen, schimmernden Glanz.

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